von Benedikt Manegold

4 Minutes

Look Up, Sheffield! (2023)

Look Up, Sheffield! (2023)

von Benedikt Manegold

4 Minutes

Die Macher von “Look Up, Sheffield!” bezeichnen die App als “the worldʼs first free, permanent city centre art trail”. An vier Ankerimmobilien im Stadtgebiet bietet sie jeweils eine ARExperience. Dazu müssen die Nutzer einen QR-Code auf dem Bürgersteig vor dem entsprechenden Gebäude mit ihrem Smartphone (auf dem die App installiert sein muss) scannen. Dazu muss auf dem Endgerät (Android/iOS) die App installiert sein. Die App ist auch mit der Apple Vision kompatibel. Nach dem Scannen erscheinen auf dem Handy-Display Pfeile, die den Blick der Nutzer nach oben zum Dach des jeweiligen Gebäudes lenken. Auf dem Dach des Gebäudes erscheint dann ein AR-Kunstwerk.

Bei dem Content handelt es sich unter anderem um eine riesige Katze und weitere Figuren. Erstellt wurden die AR-Kunstwerke von den Sheffielder Agenturen Universal Everything und Human Studio. Damit zahlt die App auf ihr Ziel ein, das kreative Potential innerhalb der Stadt zu repräsentieren.

Die App sollte einen Gegenpunkt zur Vorherrschenden Stimmung in der Stadt setzen. In der Bevölkerung verfing aufgrund von mehreren Aufgaben großer, traditionsreicher Geschäfte in der Innenstadt das Narrativ der sterbenden Stadt. Dem wollte die Stadt etwas entgegensetzen. Öffentliche Kunst und neue Medien/Technologie waren für die geeigneten Mittel, um ein neues Narrativ der innovativen Stadt zu etablieren

Mit dem Projekt sollten das Interesse und der Stolz der Bewohner:innen auf Sheffield wieder geweckt werden. Damit sollte auch die Frequenz an Besucher:innen der Innenstadt erhöht werden. Außerdem war es eine Gelegenheit für lokale Künstler:innen und Agenturen, ihr kreatives Potential einem neuen Publikum und neuen Zielgruppen näherzubringen. Die Kooperation mit lokalen Partner:innen war zentraler Punkt des Projekts. Gerade dieser lokale Ansatz ist positiv hervorzuheben. Damit hat “Look Up, Sheffield!” auch einen räumlichen Bezug zwischen Inhalten und Innenstadt geschaffen. Auch die AR-Zone ist ein Forum, in dem sich lokale Stakeholder und ihre Arbeiten präsentieren können.

Die Anwendung “Look Up, Sheffield!” ist der Kategorie “Toy” zuzuordnen: Ihr Ziel ist es zu unterhalten. Damit verfolgt sie einen hedonischen Nutzen. Sie vereint mehrere Erfolgsfaktoren für AR-Anwendungen: Die Inhalte sind exklusiv nur für Menschen zugänglich, die AR nutzen. Durch die App haben Nutzer, die mit der Stadt vertraut sind, die Gelegenheit, bekannte Räume auf neue Weise zu entdecken. Die Inhalte sind Location-Based AR Erfolgsfaktoren und damit nur vor Ort erlebbar, wodurch ein Anreiz zum Innenstadtbesuch gesetzt wird. Im Sinne der AR-Superkräfte werden holographische Projektionen von 3D-Objekten eingesetzt, die die Grenzen der Realität überschreiten können, wie etwa mit der überdimensionalen Katze. Im Fokus stehen hier eindeutig die affektiven Bedürfnisse der Nutzer, also Unterhaltung und Zerstreuung. Aber die App kann auch ein Gesprächsanlass unter den Nutzern sein und bedient somit auch die sozialinteraktiven Bedürfnisse [s. Nutzerbedürfnisse].

Mit “Look Up, Sheffield” wurde die Innenstadt um ein Freizeitorientiertes Angebot erweitert . [s. Funktionserweiterungen/Kulturelles & Freizeit]

Screenshots aus der Anwendung „Look Up, Sheffield!“