von Benedikt Manegold
Dino City Halle (2022)
Dino City Halle (2022)
von Benedikt Manegold
Die Anwendung “Dino City Halle” ermöglichte es den Nutzern, für eine begrenzten Zeitraum lebensgroße 3D-Modelle von 20 verschiedenen Dinosauriern in der Innenstadt zu entdecken. Dazu mussten sie die 3DQR-App auf ihrem Handy installieren. Anschließend konnten sie mit ihrem Endgerät die über 100 QR-Codes im Stadtgebiet scannen. Diese befanden sich zum Teil an öffentlichen Plätzen, zum Teil aber auch in Geschäften, Restaurants, Cafés etc.
Nach dem Scan erschien das lebensgroße, animierte Modell eines Dinosauriers, das von allen Seiten betrachtet werden konnte. Nutzer konnten mit dem Smartphone Fotos und Videos mit den Dinosauriern erstellen und diese leicht über soziale Medien teilen. Die App griff auf das mobile Datenvolumen zu, wenn die Nutzer:innen sich nicht in einem WLAN befinden. Dabei steigt der Verbrauch des Datenvolumens mit dem Detailgrad der Darstellung.
Das Projekt sollte die Innenstadt wiederbeleben und den Besuch attraktiver machen. Durch höhere Besucherfrequenz sollten auch die Verkaufszahlen im Shoppingbereich angehoben und der Einzelhandel gestärkt werden.
Durch die zeitliche Begrenzung wurde ein Event-Charakter generiert und damit der Anreiz für einen baldigen Innenstadtbesuch verstärkt. Die großen Halleschen Sportvereine wurden mit ins Projekt geholt, um über ihre Reichweite in den sozialen Medien das Projekt bekannt zu machen.
Die App kann zu der Kategorie “Toy” [s. Nutzerbedürfnisse Toy oder Tool] gezählt werden: Ihr Ziel ist es in erster Linie, zu unterhalten. Im Vordergrund stehen hier die affektiven Bedürfnisse der Nutzer. Allerdings wurde die App 2024 auch in Magdeburg eingesetzt und durch einen Innenstadt-Stakeholder in den Bereich Bildung verschoben: Paläontologen des städtischen Naturkundemuseums boten pädagogische Führungen zu den Dinosaurier-Modellen an. In dieser Kombination richtete sich das Angebot stärker an das kognitive Bedürfnis der Nutzer bzw. Teilnehmer. Das Funktionsspektrum der Innenstadt wurde hier zumindest temporär um ein Freizeitangebot erweitert [s. Funktionserweiterung]. Bei den Location-Based Augmented Reality Inhalten werden holographische Projektionen [s. AR-Superkräfte] eingesetzt. Exklusivität & Einzigartigkeit sowie Entdeckungen & Erlebnisse [s. Erfolgsfaktoren für VR-Anwendungen] stehen hier im Vordergrund.

