von Benedikt Manegold
Die modularisierte AR-Zone
Das Konzept der modularisierten AR-Zone reichert den Innenstadtraum mit einer frei wählbaren Anzahl von Modulen an. Jedes Modul ist für sich genommen eine in sich abgeschlossene AR-Anwendung und darauf ausgerichtet, bestimmte Funktionen einer Innenstadt bereitzustellen. Jedes Modul ist aber nur vor Ort innerhalb der AR-Zone erlebbar. Ziel der modularisierten AR-Zone ist es, durch die Kombination verschiedener Module beispielsweise das Angebot einer Innenstadt um unterrepräsentierte Funktionen zu erweitern. So lassen sich bestimmte Zielgruppen präzise ansprechen, für die es keine entsprechenden Angebote gibt. Die verschiedenen Module sind frei kombinierbar. So entstehen AR-Zonen, die exakt auf das Stärken-Schwächen-Profil einer bestimmten Innenstadt zugeschnitten sind.
Ebenso individuell können in vielen Fällen die Inhalte der einzelnen Module gestaltet werden. Sie geben die Form und Funktionsweise der AR-Anwendung vor, allerdings nicht die konkreten Inhalt bzw. der konkrete Content. Diese sind frei gestaltbar. So besteht die Möglichkeit, für die Content-Erstellung lokale Stakeholder [ → Link ] zu gewinnen. Vor allem Akteure aus den Bereichen Kunst, Kultur oder Kreativwirtschaft bieten sich hier für Kooperationen an. So kann die Stadt ihr Potenzial (auch versteckte) eine Öffentlichkeit geben und einem breiten Publikum zugänglich machen. Durch die Einbindung lokaler Stakeholder und Akteure entstehen Inhalte, die sich organisch in das Innenstadtbild einfügen und einen tatsächlichen Mehrwert für die Nutzenden bieten. Diese Verbindung durch Inhalt und Ort wird durch den Einsatz der Location-Based Augmented Reality weiter verstärkt und unterstützt
Multifunktionale und flexible Innenstädte
Wurde eine modularisierte AR-Zone mit beständiger technischer Infrastruktur in der Innenstadt eingerichtet, können Module mühelos eingefügt, ausgetauscht oder ergänzt werden. Diese hohe Flexibilität garantiert, dass immer wieder neue Anreize für einen (erneuten) Innenstadtbesuch gesetzt und beispielsweise über das Stadtmarketing kommuniziert werden können. Eine der großen Stärken des Konzepts liegt hier in der Möglichkeit, sehr dezidierte Zielgruppen [ → Link ] anzusprechen. Beispielsweise kann über die Wahl des Moduls und des Inhalts ein bestimmtes Nutzerbedürfnis bedient werden beziehungsweise eine bestimmte Innenstadt-Funktion ermöglicht werden, wie etwa die Kultur- oder die Freizeitfunktion. Der Anreiz für einen Innenstadtbesuch kann durch eine zeitlich begrenzte Verfügbarkeit für ein bestimmtes Modul weiter erhöht werden.
Eine weitere Stärke des Konzepts ist die Möglichkeit, durch Module Akteure, die in der Innenstadt weniger vertreten sind, Sichtbarkeit zu verschaffen. Das gilt insbesondere für Akteure bzw. Stakeholder, die beispielsweise nicht die Mieten für einen eigenen Standort in der Innenstadt zahlen können. Damit ist die AR-Zone eine gute Gelegenheit, “versteckte Player” und “Hidden Champions” in der Innenstadt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Auch in polyzentrischen Regionen [ → zentrale Orte / Polyzentren ] wie dem Ruhrgebiet kann die AR-Zone Vorteile bedeuten. Hier konkurrieren auf engem Raum viele Innenstädte um Besucher. Im Falle des Ruhrgebiets haben sich dominante Einkaufsstädte herausgebildet (z.B. Dortmund, Essen), aber auch durch abseits gelegene Einkaufszentren (z.B. Centro in Oberhausen, Ruhrpark in Bochum) verschärfen diese Konkurrenz weiter. Auch hier kann sich eine Stadt über die modularisierte AR-Zone mit anderen Funktionen in diesem Wettbewerb positionieren, um Menschen nicht nur über den Motivator “Einkauf” für einen Innenstadtbesuch zu gewinnen. Dabei ist die Umsetzung dank der digitalen Inhalte niedrigschwellig. Und wie bereits erwähnt, ist es auch hier möglich, temporäre Funktionsschwerpunkte zu setzen. Auch hier punktet die AR-Zone also mit Flexibilität.
Im Gegensatz zum Konzept der AR-Zone als Social Hub steht hier nicht das Einbringen der Nutzer im Vordergrund, sondern das Erleben. Eine vollständige Liste mit allen möglichen Modulen mit genauen Beschreibungen ist hier zu finden.
