von Benedikt Manegold
Nutzerbedürfnisse
Nutzerbedürfnisse
von Benedikt Manegold
Wann nutzen Menschen Medien? Laut der Israel-Studie von Elihu Katz et al. werden Menschen zu Nutzern, wenn das Medium ein Bedürfnis befriedigt und die Nutzung einen Vorteil bringt. Insgesamt werden 35 verschiedene Nutzerbedürfnisse identifiziert, bei der Nutzung von Medien spielen aber immer mehrere der Bedürfnisse zusammen. (Vgl. S. 54)
Das Belohnungsbedürfnis wird in vier Kategorien unterteilt:
1. Kognitive Bedürfnisse
Diese Kategorie umfasst alle Bedürfnisse, bei denen der Wunsch nach Information und Wissen im Vordergrund stehen. So ist beispielsweise die Befriedigung von Neugier ein kognitives Bedürfnis, aber auch der Wunsch, etwas neues zu lernen oder zu entdecken.
2. Affektive Bedürfnisse
Hierunter wird alles gefasst, was der Unterhaltung und Zerstreuung oder Ablenkung vom Alltag dient. Entspannung und Erholung, aber auch der Wunsch nach Spannung und “Adrenalin-Kicks” gehören zu den affektiven Bedürfnissen.
3. Sozial-Interaktive Bedürfnisse
Hier steht der Wunsch, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten im Vordergrund. Aber auch der Wunsch, Anerkennung von anderen zu erfahren, fällt unter diese Kategorie. Dabei muss ein Medium nicht konkret für einen zwischenmenschlichen Austausch konzipiert sein (wie etwa die Sozialen Medien), sondern es reicht schon als Gesprächsthema oder Anlass (z.B. Buchclub).
4. Integrativ-habituelle Bedürfnisse
Der Umgang mit bestimmten Medienformen ist bei den Nutzern bekannt und erlernt. Die Nutzer sind mit ihrer Handhabung vertraut und erprobt. Diese Medien geben den Nutzern ein Gefühl der Sicherheit auf Nutzungs- oder Inhaltsebene. Der Nutzer entscheidet sich für das Medium das sein(e) Bedürfnis(se) befriedigt und ihn belohnt (Gratifikation). Zum Beispiel kann das Einblenden von zusätzlichen oder verborgenen Informationen durch AR und VR ein kognitives Bedürfnis befriedigen. (S. 55)
