von Benedikt Manegold

Handel & Dienstleistungen

Der Krise zum Trotz ist und bleibt der Handel aktuell alleine zahlenmäßig die dominante Funktion innerhalb der Innenstädte. Umfragen unter Besuchenden bestätigen diese Erkenntnis: Der Einkauf ist nach wie vor der Hauptanlass für einen Besuch der Innenstadt (Küffmann, Veith, Leickmann). Es wird aber erwartet, dass sich diese Motivation graduell verschieben wird, und bald nicht mehr die Deckung eines konkreten Bedarfs die Hauptmotivation für den Besuch der Innenstadt ist. Stattdessen wird der “Einkaufsbummel als Freizeitaktivität”, bei dem Spaß und Zerstreuung und sozialer Austausch im Vordergrund stehen, wichtiger werden. (Beverungen) Hier rücken also die verschiedenen Nutzerbedürfnisse stärker in den Vordergrund.

Trotzdem kann der Handel die Besucherfrequenz nicht mehr wie früher, als es vor allem noch keine Konkurrenz durch den Online-Handel gab, alleine aufrechterhalten. Entsprechend sind alle Maßnahmen, die allgemein auf die Erhöhung der Besucherfrequenz in der Innenstadt zielen, für den Einzelhandel gewinnbringend.

Beverungen betont, dass durch den Einsatz von Trendtechnologien neue Zielgruppen erreicht werden können.

Auch die Möglichkeit der standortbezogene Kundenansprache wird als Vorteil des stationären Einzelhandels ins Feld geführt. Gerade hier gelte es, diese Stärken der physischen Präsenz beizubehalten, und mit neuen Technologien zu mischen um “so die besten Eigenschaften beider Welten zusammenführen”. Kurz: Durch ein “technisches Update” kann die Einkaufsfunktion attraktiver werden und den Fokus von der reinen “Bedarfsdeckung” zur “Zerstreuung” verschieben.

Mit Augmented Reality lassen sich genau solche neuartigen Einkaufserlebnisse schaffen oder zusätzliche Angebote kreieren. Eine Strategie ist es also, durch AR-Angebote zusätzliche Anreize für einen Innenstadtbesuch zu schaffen. Diese Angebote können dann abseits vom Einkauf Spaß, Zerstreuung und sozialen Austausch fördern. Jedes Angebot, das Nutzern diese Erlebnisse bietet und damit in die Innenstadt lockt, ist im Umkehrschluss auch ein Gewinn für den Handel. Wie bereits erwähnt besteht aber auch die Möglichkeit, die Einkaufsfunktion technisch anzureichern, beispielsweise durch digitale Anproben, AR-gestützte Produktpräsentationen und ähnlichem [s. AR-Module] . Auch über diese neuartigen Ansätze lassen sich über die Einkaufsfunktion verschiedene Nutzerbedürfnisse ansteuern. Diese Beobachtungen und Schlüsse hinsichtlich der Einkaufsfunktion lassen sich ebenfalls auf die Dienstleistungsfunktion anwenden.

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